Baumschläfer
Dryomys nitedula

Lebensraum

Hecken und Waldränder
Wald
Feuchtgebiet

Der Baumschläfer gehört zu den Schlafmäusen (oder auch Bilche genannt) und ist damit nahe verwandt mit dem Siebenschläfer oder der Haselmaus. Er lebt bevorzugt in strukturreichen Nadelmischwäldern mit einer dichten Strauchschicht. Bewegt sich vor allem in den Bäumen oder dem Unterholz. Verbringt den Winterschlaf in bodennahen Nestern. Territoriale Einzelgänger. Ernährt sich als Allesfresser von unterschiedlichster Nahrung, von Insekten, Tausendfüßlern bis zu Beeren und Früchten, Baumsamen, Knospen, Schnecken und Regenwürmern. Paarungszeit von Mai bis Juli. 

Erkennungsmerkmale 
Graubrauner Rücken mit helleren Flanken. Bauchseite deutlich abgegrenzt, heller und cremefarben. Schwarzer Streifen als Gesichtsmaske von der Oberlippe um die Augen bis unter die kleinen, runden Ohren. Langer und dicker Schwanz mit einer hellgrau-weißen Unterseite und einem kleinen Pinsel aus verlängerten Haaren am Schwanzende.
Lebensraum 
Waldlebensräume wie feuchtschattige Nadelmischwälder mit dichtem Unterwuchs aus hohen Gräsern und/oder niedrigen Sträuchern. Teils auch Fichten-Buchenwälder. Häufig entlang von kleinen, langsam fliessenden oder stehenden Gewässern zu finden, was eine hohe Bodenfeuchtigkeit und ein dichtes Unterholz fördert. Mehrere Nachweise stammen auch aus wenig oder über längere Zeit nicht genutzten Alphütten.
Gefährdungsgrad
potentiell gefährdet
Ähnliche Arten

Der Gartenschläfer, Siebenschläfer und die Haselmaus sind verwandte Arten des Baumschläfers. Der Siebenschläfer ist jedoch fast doppelt so groß. Der Gartenschläfer ist ebenfalls grösser, trägt eine Quaste – also ein Büschel Haare - am Schwanzende und das Augenband reicht bis hinter die Ohren. 

Maße 

Kopf-Rumpf-Länge 7.7-11.5 cm, 
Schwanz 6.2-9.9 cm, Gewicht
15-40 g. 

Aktivitätszeit 
vorwiegend nachtaktiv, Winterschlaf von circa Oktober bis April in frostfreien, bodennahen Nestern.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Frischling. © Christian Bottlang / wildenachbarn.ch

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Nachtaktiver Einzelgänger 

Der Baumschläfer ist überwiegend nachtaktiv, im Frühjahr und bei gutem Nahrungsangebot  im Herbst aber vermehrt auch am Tag aktiv. Ruhepausen im Nest wechseln sich mit der Nahrungssuche ab, wobei er sowohl selbstgebaute, freistehende Nester mit seitlichem Eingang nutzt, wie auch Höhlen und Vogelnester. Der Baumschläfer bewegt sich vorwiegend in Bäumen und im Unterholz, bei Gefahr flüchtet er spiralförmig die Baumstämme nach oben oder springt aus der Höhe ins Unterholz. Dabei gibt er bei Beunruhigung oder Gefahr lang gezogene, pfeifende, schnalzende oder knurrende Geräusche von sich. Als territorialer Einzelgänger hat der Baumschläfer eine Reviergröße von 1 – 4 Hektaren, wobei man männliche und weibliche Tiere nur selten, meist während der Fortpflanzungszeit, zusammen antrifft.  

Möglicher Lebensraum des Baumschläfers im Unterengadin (©Regula Tester).

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