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Ein Stadtfuchs © Marco Peter / wildenachbarn.ch
13.07.2020

Dass Füchse in vielen Städten weit verbreitet sind und teilweise höhere Populationsdichten ausweisen als ihre Artgenossen auf dem Land, ist mittlerweile weitgehend bekannt.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus England berichtet jedoch Erstaunliches über die Stadtfüchse Londons. Die Forscher untersuchten, wie sich das Stadtleben auf die Anatomie der Füchse ausgewirkt hat. Tatsächlich weisen Stadtfüchse, verglichen mit ihren Nachbarn aus der ländlichen Umgebung Londons, kürzere Schnauzen und kleinere Hirnschalen auf.
Dies sind Merkmale, wie sie ähnlich auch bei domestizierten Tieren auftreten. «Es scheint fast so, als ob die Stadtfüchse den Weg der Selbstdomestikation eingeschlagen haben», sagt Madeleine Geiger vom Projekt StadtWildTiere. Füchse in der Stadt suchen oft in der Nähe der Menschen nach Nahrung. Die verkürzte Schnauze könnte dabei Vorteile bei der Nahrungsbeschaffung bringen. Der kürzere Kiefer erlaubt es, stärker zu zubeissen. Dies könnte hilfreich sein, um an Essensresten in Verpackungen oder Plastiksäcken zu gelangen.  

Die Publikation finden Sie hier
 

Der Fotonachweis der Europäischen Ginsterkatze in einem Wald in der Nähe der Stadt Genf (© J. Pesaresi)
15.06.2020

Erstmals wurde die Europäische Ginsterkatze (Genetta genetta) in der Schweiz nachgewiesen. Das Tier, welches vermutlich von selbst in die Schweiz eingewandert ist, tappte in der Nähe von Genf in eine Fotofalle. 
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Ginsterkatzenart ist der Kontinent Afrika, jedoch ist sie auch auf der Iberischen Halbinsel und den Balearen zu finden. Wahrscheinlich wurde sie dort vor über 3000 Jahren eingeführt. Lange Zeit blieb die Ginsterkatze in diesen Gebieten, breitete sich jedoch in den letzten Jahrzehnten weiter nach Südfrankreich aus. Nun scheint es, als ob die Europäische Ginsterkatze weiter gegen Norden wandert und bald vermehrt in der Schweiz gesichtet werden könnte.  

Hier können Sie sich die Kamerafallenvideos dazu anschauen. 

Quelle: Pesaresi J. und Ruedi M. 2020. First Record of a presumed wild common genet (Genetta genetta) in Switzerland. Revue Suisse de Zoologie 127(1): 101-104.

10.06.2020

Die Ausstellung "StadtWildTiere - unsere wilden Nachbarn" ist ein Projekt von Umweltschutz Stadt Luzern, stadtwildtiere.ch, Ornithologische Gesellschaft Luzern, WWF Luzern, Pro Natura Luzern, BirdLife Luzern und Natur-Museum Luzern. 

Ausstellungszeitraum: 9. Juni 2020 bis 11. April 2021

Vernissage: 4. Juli, 18 Uhr
(Anmeldung erforderlich unter 041 228 54 11 oder naturmuseum@lu.ch)

Nicht nur Menschen leben in der Stadt. Gärten, Mauerritzen, Kanalschächte, Baumkronen, Flachdächer, aber auch ungenügend gesicherte Abfälle bieten eine Fülle von günstigen Lebensraumbedingungen für eine Vielzahl von Wildtieren. Diese haben in der Stadt eine zweite Heimat gefunden. Die Ausstellung zeigt, wer sich in unseren Gärten und auf den Dächern tummelt. Sie sensibilisiert für die Bedürfnisse und zeigt auf, wie das Zusammenleben mit unseren wilden Mitbewohnern funktionieren kann.

Gleichzeitig ist im Natur-Museum Luzern eine grosse, eindrückliche Zauneidechsen-Ausstellung zu besichtigen. Ein Besuch des Natur-Museums Luzern lohnt sich also auf jeden Fall.

10.06.2020

Dass orange Weidezäune für Wildtiere gefährlich werden können, ist gut nachvollziehbar. Diese Zaunsysteme funktionieren wie Fallen. Wildtiere können sich darin verheddern und dann nicht mehr selber befreien. So schreibt etwa das Igelzentrum Zürich, welches immer wieder Meldungen erhält von Igeln, die in solchen Zäunen zu Tode kommen, dass die Zäune, sobald sie nicht mehr gebraucht werden, umgehend wegzuräumen sind. 

Im Sommer 2018 zäunte ein Landwirt sein Wiesland für seine Schafe mit einem rund einen Meter hohen Weidenetz ein. Nach dem Abweiden blieb der Zaun entlang des Waldrandes mehrere Wochen stehen, obwohl keine Schafe mehr auf die Wiese gelassen wurden. 

Ein Wildhüter entdeckte Mitte Oktober den Kadaver einer erwachsenen Rehgeiss. Das Wildtier hatte sich laut Anklageschrift im Netz verheddert, einen Teil des Zauns in den Wald gerissen und sich in den Maschen selbst stranguliert. Das Kreisgericht Wil verurteilte den Landwirt im Mai 2019 wegen fahrlässiger Tierquälerei. Der Landwirt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Die Verhandlung des Falls fand am vergangenen Montag statt. Das Urteil wird vom Kantonsgericht St. Gallen schriftlich bekannt geben.

In St.Gallen wird zurzeit die Volksinitiative "Stopp dem Tierleid - gegen Zäune als Todesfallen für Wildtiere" hängig. Die Initiative, eingereicht von RevierJagd St.Gallen, Pro Natura St.Gallen-Appenzell und WWF St.Gallen, wurde am letzten Dienstag vom Kantonsrat abgelehnt, der vom Regierungsrat einen Gegenvorschlag verlangt. 

Mehr dazu im Artikel der Tierwelt.

28.05.2020

Die Ausbreitung der Biber Richtung Sihl kann bestens anhand der Beobachtungsmeldungen auf StadtWildTiere nachverfolgt werden. 

Am 22. Mai meldete ein aufmerksamer Stadtnaturbeobachter einen Biber vom Hafen Enge, den er zwischen 12 und 12.59 Uhr beobachtet hat. Er schreibt dazu: "Biber schwamm gelassen in ca. 2m Distanz vom Ufer in Richtung Seepolizei. Konnten ihn ca. 50 m begleiten."

Am gleichen Tag, zwischen 19 und 19.59 Uhr beobachtete ein anderer Stadtnaturbeobachter einen Biber bei der Höchlerbrücke an der Sihl in Leimbach. Der Beobachter schreibt dazu: "Sehr schönes grosses Tier, gut zu beobachten von der Höcklerbrücke aus in der Dämmerung. Pendelt arbeitssam zwischen verschiedenen Uferböschungen und Ausstiegen in die Wiese."

Ob es sich wohl um denselben Biber handelt? Oder sind es zwei verschiedene Biber, vermutlich jüngere Tiere, die von der Limmat wegwandern mussten, da die Reviere dort besetzt sind? 

Kurzfilm auf Youtube über die Biber in Zürich Leutschenbach

Rehe auf dem Friedhof Hörnli, Bild David Riedener / wildenachbarn.ch
19.05.2020

Die Rehe auf dem Basler Friedhof Hörnli, am Waldrand im Osten der Stadt gelegen, wurden auch schon auf Wilde Nachbarn zusammen mit Bildern gemeldet. Während die Stadtgärtnerei Basel die Tiere dezimieren möchte, wehren sich Tierschützer/innen gegen den Abschuss der Tiere und haben eine Petition lanciert, die bereits 15'000 Personen unterschrieben haben.

Eine Lösung für die Probleme ist nicht leicht zu finden. Den Friedhof einzuzäumen ist kaum möglich, da Rehe auch hohe Zäune überspringen können. Vergrämungsaktionen seien zu wenig erfolgreich gewesen. Die Tierschützer/innen wollen die Rehe umsiedeln, was allerdings ebenfalls nicht ohne weiteres möglich, und auch aus Tierschutzsicht nicht unbedenklich ist. 

Beitrag auf SRF, Sendung "Schweiz aktuell" vom 12. Mai 2020

14.05.2020

Zuchtbetriebe für Pelztiere wie die Nerzfarmen in Holland halten Expertinnen und Experten für Risikofaktoren für die Ausbreitung von Krankheiten. Es leben so viele Tiere auf engem Raum zusammen, wie das natürlicherweise nie vorkommen würde. Eine Ansteckung zwischen Tier und Mensch ist durchaus möglich, wenn diese über längere Zeit in Kontakt stehen.

Bei einigen Corona-Viren so auch beim neuen Corona-Virus Sars-CoV-2 ist davon auszugehen, dass sie zuerst von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen sind und dann von Mensch zu Mensch weiter gegeben wurden. Die Übertragung von Corona-Virus Sars-CoV-2 aufgrund eines unnatürlich nahen und tier- und naturschützerisch höchst bedenklichen Kontakts zwischen Menschen und Tieren fand mit grosser Wahrschenlichkeit auf einem Wildtiermarkt in der Chinesischen Stadt Wuhan statt. 

Ein Grund mehr, keinen Echtpelz zu tragen.

© Christine Moor / stadtwildtiere.ch
26.04.2020

Kolkraben sind die großen Verwandten der Rabenkrähen, die bei uns häufiger sind und jedes Kind kennt. Beide Vögel gehören trotz ihres krächzenden Rufs zu den Singvögeln, deren grösster Vertreter der Kolkrabe ist. Die stattlichen schwarzen Vögel mit dem kräftigen Schnabel brüten seit den 1980er-Jahren alljährlich am Bundeshaus. Nach der großen Bundeshausrenovierung war das Kolkrabennest für einige Jahre nicht mehr besetzt, nun sind die Vögel wieder zurück, wie die Bilder einer Stadtnaturbeobachterin eindrücklich zeigen - zu sehen in der Galerie von stadtwildtiere.ch.

Dieser Goldschakal wurde im Kanton Tessin fotografiert (Cantone Ticino).
21.04.2020

Der Goldschakal (Canis aureus) ist im Tessin angekommen. Die Sichtung wurde in Onsernonetal-Centovalli durch den örtlichen Wildhüter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Tessin bestätigt, wie die Stiftung KORA (Koordinierte Raubtierprojekte) am 21. April 2020 bekannt gab. Der Goldschakal, ein mittelgroßes Raubtier von etwa 15 kg, ist ein Vertreter der Familie der Caniden, das sich in Europa auf natürliche Weise ausbreitet.

Ursprünglich lebte die Art in Arabien, Indien bis in die Türkei. Der Klimawandel hat die Ausbreitung dieser Art nach Westen ermöglicht. In der Schweiz wurde 2011 der erste Nachweis in den Nordwest-Alpen gemacht. Im Jahr 2019 wurden Goldschakale in den Kantonen Graubünden, Freiburg und Genf beobachtet. Dabei handelte es sich immer um Einzeltiere. 

KORA, Koordinierte Raubtierprojekte der Schweiz

 

01.04.2020

Das Label für nachhaltiges Stadtgrün - GRÜNSTADT SCHWEIZ - stellt sich in einem kurzen Video-Beitrag vor. Anhang des Beispiels der Stadt Luzern, die seit 2017 für das Label GrünStadt Schweiz zertifiziert ist, wird gezeigt, wie Städte und Gemeinden das Stadtgrün fördern und sich für die Gestaltung und Pflege ihres Grüns im Sinn von Biodiversitätsförderung und einem angenehmen Stadtklima einsetzen können.

Videobeitrag auf Youtube zu GRÜNSTADT SCHWEIZ

GRÜNSTADT SCHWEIZ

Stadt Luzern und das Label GRÜNSTADT SCHWEIZ

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