Biber
Castor fiber
© P.H. Olson, Wikipedia

Lebensraum

Feuchtgebiet
Gewässer

Größtes einheimisches Nagetier, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Hinterlässt durch seine ausgeprägte Nage- und Bautätigkeit auffällige Spuren: Biberburgen, Dämme, kegelförmig abgenagte Baumstämme und Äste mit deutlichen Kerben der kräftigen Nagezähne. Die Biberburg besteht aus aufgeschichteten Ästen, abgedichtet mit Schlamm, Erde, Schilf und Gräsern; bis 1,5 m hoch. Mehrere Kammern ( Schlaf-, Brutkammern ), mehrere Zugänge, die unter Wasser münden. Auch Erdbaue am Ufer sind möglich, deren Ein- und Ausgänge ebenfalls unter Wasser münden. Nahrung rein pflanzlich: Rinde, dünne Zweige, Wurzeln, Blätter. Biber leben territorial in Kolonien von einem Paar und dessen Nachkommen bis zum Alter von 3 Jahren. Alter: bis 30 Jahre.

Erkennungsmerkmale 
Grau bis dunkelbraun, Bauch heller. Schwanz ( «Kelle» ) platt, mit Schuppen bedeckt. Hinterfüße mit Schwimmhäuten.
Lebensraum 
Stets in Wassernähe. Uferbereiche, Flussauen mit Wald.
Gefährdungsgrad
Deutschland: gefährdet. Berlin: Vom Aussterben bedroht
Ähnliche Arten
Bisamratten (0,5-2,5 kg) sehen auf den ersten Blick wie kleine Biber aus. Auch die Nutria oder Biberratte, mit 5-10 kg nur wenig kleiner als ein Biber, breitet sich in Mitteleuropa weiter aus. Beide Arten stammen aus Amerika und fällen keine Bäume.
Maße 

Kopf-Rumpf-Länge 83 – 100 cm, Schwanz 30 – 38 cm lang, Gewicht bis 35 kg.

Aktivitätszeit 
Ganzjährig aktiv, im Winter jedoch wochenlang im Bau oder in der Burg. Besonders aktiv in frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Frischling. © Christian Bottlang / wildenachbarn.ch

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Ans Leben im Wasser angepasst
Biber halten sich vor allem im Wasser und im Uferbereich ihrer Heimgewässer auf. Die großen Nager sind meistens dämmerungs- und nachtaktiv. Ein lichtstarkes Fernglas oder ein Nachtsichtgerät können für Beobachtungen nützlich sein. Auffälligstes Zeichen für anwesende Biber sind im typischen Muster angenagte Bäume und Äste entlang des Ufers. Achten Sie auch auf die typischen Abdrücke der Pfoten im feuchten Sand oder Schlamm. Bei uns wohnen Biber in Erdbauen oder Biberburgen, deren Eingänge unter Wasser liegen.
 

Abgenagter Baumstamm mit typischen Biber-Nagespuren (© C. Kistler / swild.ch)

In Wien besiedeln die Biber mittlerweile alle großen Gewässer: z.B. die Alte Donau, Pratergewässer, den Donaukanal, die Liesing und den Wienfluss.

 

In der Schweiz: verschiedene Biberlehrpfade entlang von Gewässern, welche von Bibern besiedelt sind (Biberlehrpfade der WWF-Sektionen ZürichThurgau und St.Gallen).

 

Mehr Raum für naturnahe Gewässer

Biber nutzen entlang der Gewässer in der Regel Uferstreifen von 10 - 20m Breite. In diesen Streifen bevorzugen sie Weichhölzer wie Weiden oder Pappeln als Nahrung. Fördert man also den natürlichen Lebensraum des Bibers, erreicht man gleich mehrere Ziele: Der Nager findet genügend Nahrung im Uferbereich und braucht sich nicht in Äckern und Obstgärten der Bauern zu bedienen. Zugleich gestaltet er als Baumeister ein nischenreiches Feuchtgebiet, das wiederum Lebensraum für viele andere Tier- und Pflanzenarten bietet.

Konflikte zwischen Biber und Mensch

Der Biber ist eigenwillig und will seinen Lebensraum selber gestalten. In der von uns Menschen stark genutzten Landschaft kommt es daher immer wieder zu Konflikten.

  • Landwirtschaft: Steht dem Biber zu wenig Nahrung in Form von natürlicher Vegetation zur Verfügung, lässt er sich zum Ärger vieler Bauern Ackerfrüchte (Mais, Zuckerrüben) und das Holz von Obstbäumen schmecken.

  • Straßen und Uferdämme: Straßen in Ufernähe und Dämme können einstürzen, wenn der Biber seinen Bau bis unter diese Bauwerke gräbt.

  • Vernässung: Überall da wo der Biber staut, werden die angrenzenden Flächen unter Wasser gesetzt. Das können Wald- oder Ackerflächen aber auch Bereiche im Siedlungsraum sein.

  • Baumfäller: Im Siedlungsgebiet ist das Fällen von Bäumen meistens unerwünscht, besonders wenn nur schmale Ufergehölzstreifen vorhanden sind. Zudem könnten Fußgänger durch angenagte Bäume gefährdet werden. Ein mechanischer Schutz durch Drahtgitter oder Schutzanstriche (ungiftige, quarzhaltige Anstriche) hindert den Biber am Baumfällen.

Gefahren 
  • Verkehr: Viele Biber müssen auf ihrer Wanderschaft das Gewässer verlassen und Straßen überqueren, entweder weil die natürlich Verbindung zwischen Gewässern fehlt oder der weiterführende Weg im Gewässer selbst verbaut ist (z.B. durch Kraftwerke oder Schwellen).

  • Fischreusen: Vor allem für junge Biber stellen Fischreusen eine große Gefahr und häufige Todesursache dar, da sie sich in ihnen verfangen und folglich ertrinken können.

Beobachten im Tierpark

Im Wildnispark Langenberg gibt es beim Besucherzentrum Sihlwald eine Biberanlage.

© C. Kistler / swild.ch

Ebenso können Biber im Tierpark Bern beobachtet werden.

Mehr Informationen 

Biber, Wolf und Wachtelkönig – 23 Wildtiere des Smaragd-Programms. Autor: Hansjakob Baumgartner. Haupt Verlag, Bern 2007: S. 84-97.

Schatzkammer Natur –  Von der Vielfalt heimischer Arten“, Museum Mensch und Natur & Hofpfisterei München (Hrsg.), Verlag: oekom, München 2009: S. 72-76.

Wilde Nachbarn
Träger und Partner